Vanduk, Rūpintojėle miela mano! Dein letzter Brief war so
kummervoll u. heute kam keiner. Was ist los mit Euch? Wie geht es Dalia
– ist sie noch krank? Oder irgendwelcher Unglück passiert? Es ist schwer heute
Dir ein Brief zu schreiben. Der Inhalt meines Briefes ist begrenzt, – wieso
werde ich Dir wiederholen schon trafaretisch gewordenen Phrasen über mein Sehnsucht,
mein Heimatweh, fast meine Lagerpsychose, u. sinnlosen Häftlingsdasein?! Vanduk, ich
weiss genau, ich verstehe den Stand deines Geistes, – ich fühle, was für ein
heroischen Kampf mit dem Leben Du aushalten musst! Leider, – mein Weh!
– ich kann Dir nicht helfen! Nach 10 Tage wird es schon ein Jahr sein, als
dieser Blödsinn auf unseren Kopf herunter gerutscht ist, – vielleicht für die
Ordnung der Dinge wurde es notwendig. Deine Leiden, Vanduk, dein Aufopferung werden
nicht umsonst gebrachten bleiben. Ich denke oft an unseren Verwandten, denen haben
die Bolschewiken so gewissenlos nach russischen Lager aus unserem Vaterlande
weggeschleppt. Das Leben ist uns schon viel schuldig geblieben. Beneide ich nicht der
uralten Tante Mykolas auch wie den Vögeln des Spätherbstes. Ich weiss nicht, Vanduk,
ob werde ich können zum unserem Jubiläum – 20 März – zurück zu kehren.
Wenn werde ich noch hier sein, werde ich diesen Tag feierlich besingen, – dein
Mut, deine Name, die Grösse deines Geistes verewigen. Werde ich zusammen mit Dir
– in Dir leben u. singen. Sowieso, der Tag unserer Wiedersehung ist schon nah.
Ich werde kehren zu Euch mit grosser Lebenserfahrung, – ich habe den Sinn der
Neuordnung kennen gelernt. In voriger Woche kam deine Sendung N o 10 u. gestern ein Brief von Bruder Juozas.
Juozas ist sehr gut für mich, doch sein Brief ist nicht Deiner. Bedanke ihn u. Bruder
Kazys für ihren Sorgen. Gestern – d. 4 März – war unserer Wilnaer
Feiertag – berühmte Kaziukas, – u. heute es riecht noch mehr an
Frühling. Die Sonne scheint, die Sonne erwärmt sogar allen stinkenden Erdlöcher der
Totenreich, der frische Wind kommt und singt mir über die Wonne der freien Welt. Es
ist doch Frühling – zum Hundert Teufeln! Heute ich höre gänzlich klar, wie die
Lerchen singen in meinem Vaterlande. Wenn könnte ich ein Brief in userer
unvergleichbarer litauischer Sprache schreiben, – es wäre kein Brief –
es wäre ein mutiger Gedicht – über den Frühling, über die freien Welt, über
die Grösse deines Geistes. Manchmal scheint es mir, dass ich stehe jenseits der Welt,
wie auf einen hohen hohen Gipfel, woher kann man sehr weit sehen – in die
Ferne
Sei gesegnet, Vanduk, mano miela, mano mylima, Rūpintojėle
mano!
Vanduk, Rūpintojėle miela mano! Tavo paskutinis laiškas buvo
toks liūdnas, o šiandien išvis neatėjo. Kas Jums atsitiko? Kaip sekasi Daliai
– ar ji dar serga? Ar įvyko kokia nelaimė? Šiandien sunku rašyti Tau
laišką. Mano laiško turinys ribotas, – kaip aš Tau kartosiu jau
trafaretiškomis tapusias frazes apie savo ilgesį, nostalgiją, beveik konclagerio
psichozę ir beprasmišką kalinio būtį?! Vanduk, aš tiksliai žinau, aš suprantu tavo
dvasios būseną, – aš jaučiu, kokią didvyrišką kovą su gyvenimu Tu turi
iškęsti! Deja, – varge mano! – aš negaliu Tau niekuo padėti! Po 10
dienų bus jau metai, kai ši beprotybė užgriuvo ant mūsų galvų, – galbūt tai
buvo neišvengiama. Tavo kančios, Vanduk, Tavo pasiaukojimas nenueis veltui. Dažnai
galvoju apie artimuosius, kuriuos bolševikai taip nesąžiningai ištrėmė iš mūsų
Tėvynės į rusiškus lagerius. Gyvenimas mums liko jau daug ką skolingas. Nepavydžiu
pasenusiai tetai Mykolui1 „Mykolui – Biržiškai“ (Vandos
Sruogienės pastaba).
Būk palaiminta, Vanduk, mano miela, mano mylima, Rūpintojėle
mano!